„Als Fernsehautorin und Filmemacherin versuche ich seit 20 Jahren Menschen mit seelischen Erkrankungen sichtbar zu machen. Für mich das Wertvollste, dass sie selbst zu Wort kommen. Als Angehörige eines Menschen mit psychischen Krisen erlebte ich Sprachlosigkeit in der Familie und eine gesprächsarme Psychiatrie. Ich musste zusehen, wie mein naher Angehöriger in akuten Phasen viel zu viel Psychopharmaka bekam, wie aus ihm ein medikamentenabhängiger Mensch wurde, der seelisch und körperlich Schaden nahm. In Trialogforen habe ich tief berührende Geschichten von Anderen gehört und mehr verstehen können. Unsere Erfahrungen wollten wir in einen Film verwandeln. Dafür haben wir einen Raum geschaffen, in dem Menschen von ihrem Leben mit Krisen und Psychopharmaka erzählen können. Das Gespräch ist möglich.“ Jana Kalms

„Zu Beginn der Ausbildung zum Nervenarzt schien mir die Kälte psychiatrischer Medikamentenmacht unabänderlich. Beschämt habe ich sie mitgetragen und – wie meine Ausbilder – auf die ruhig stellende Wirkung von Psychopharmaka gesetzt. Die Risiken waren für alle unübersehbar. Diagnosen und Medikamente sind in der Behandlung psychotischer Verstörungen zentral geblieben. Es fehlt im klinischen Raum an Beziehungsgestaltung und behutsamer Sprache. Diesen Mangel habe ich in meiner psychoanalytischen Ausbildung verstanden. Angst, Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung der Beteiligten werden durch Medikament beruhigt, aber nicht gelöst. Tieferes Verstehen durfte ich in der Weiterbildung zum Psychoanalytiker erleben. Vertrauter wurde ich jedoch mit den Verrückheiten, Sorgen und Wünschen von Menschen mit Psychosen, Angehörigen und Professionellen durch den gemeinsam gehobenen Erfahrungsschatz in Psychoseseminaren. Hier kommen alle trialogisch gleichberechtigt zu Wort. Die Begegnungen haben uns ermutigt, die vielfältigen Wahrheiten über Krisen und Psychopharmaka aller Beteiligten filmisch umzusetzen. Für das große Vertrauen sind wir allen Protagonisten dankbar.“ Piet Stolz

„Einen reinen Gesprächsfilm zu einem Thema zu wagen, in dessen Zentrum weitgehende Sprachlosigkeit herrscht, war eine ganz besondere Herausforderung. Während des Drehs haben mich die Begegnungen mit den Protagonisten tief bewegt und oft auch erschüttert. Ich hoffe, dass uns – bis in die Montage – eine Erzählform gelungen ist, die den unglaublichen Mut der Sprechenden spürbar macht und dem Zuschauer gleichzeitig eine ganz direkte, sensible und ureigene Auseinandersetzung ermöglicht. Unser Film erzählt nicht ‚über’, sondern wird durchweg getragen durch das ‚von’ und ‚mit’ aller Beteiligten. „Nicht alles schlucken“ beschwört eine individuelle Sinnesschärfung, die befähigen soll.“ Sebastian Winkels

Jana Kalms und Piet Stolz haben sich nach dem Erfolg von „Raum 4070“ – Ein Film über das Leben mit Psychosen – entschieden, sich mit der Wirkung und den Grenzen von Psychopharmaka in einem künstlerischen Dokumentarfilm auseinanderzusetzen.

24 Menschen – Betroffene, Angehörige und Ärzte – erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Psychopharmaka. Erstmals hören wir authentische Stimmen zum Nutzen und den Risiken von Psychopharmaka und lernen alternative Wege in der Krisenbewältigung kennen. Durch die Erzählung der Menschen, merken wir unweigerlich, dass sie mit Schwierigkeiten ringen, die uns alle beschäftigen.

„Raum 4070“ meets „7 Brüder“.
Durch den persönlichen Zugang und die hohe Fachkompetenz, verfügen der Arzt und Regisseur Piet Stolz, sowie die Regisseurin Jana Kalms über eine große Glaubwürdigkeit und Akzeptanz bei den Betroffenen, Angehörigen und Ärzten. Sebastian Winkels („7 Brüder“, „Falling Grace“) hat als Co-Regisseur, Kameramann und mit der Montage den unbändigen Willen, die Energie, Nähe und Emotionalität eingefangen, die Piet Stolz und Jana Kalms in jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema und ihren Protagonisten entwickelt haben.

Entstanden ist ein spannendes Stück Erzählkino.
Formal bestechend – inhaltlich berührend, aufrüttelnd und lehrreich zugleich. Erfrischend anders, hochspannend und kraftvoll wird das Tabu-Thema Leben mit Psychopharmaka in einem eigens für die Dreharbeiten geschaffenen Raum erzählt. Entstanden ist ein Mut machender Film, der beweist, dass unspektakuläre, kleine Schritte die Stigmatisierung und Isolation ein Stück weit durchbrechen können.

 

Adam-Bischoff

„Ich weiß, mein Körper ist nicht immer nur ein Tempel, sondern manchmal ein Rummelplatz. Aber ich würde trotzdem versuchen wollen, definitiv wollen, dass ich ohne Fremdeinwirkung mit meiner eigenen Kraft, mit meiner eigenen Energie und meinen eigenen Selbstheilungskräften selbst daran gehe. Irgendwann möchte ich ohne Krücken laufen.Klar, natürlich, das ist ganz natürlich. Ich möchte es irgendwann nicht mehr brauchen.

Alle Beteiligten in diesem Film-Projekt haben mich sehr beeindruckt. Ohne Witz und Pathos, die Runde war eine eindrucksvolle, emotionale und tolle gemeinsame Zeit, auch und grade weil es sehr persönlich und nervenaufreibend war.

Ich bin dankbar, dass ich daran teilhaben konnte. Und ich bin immens gespannt, alles in der fertigen Fassung zu sehen.“

 

Sandra-Bischoff

„Ich habe 4 Kinder und bin alleinstehend. Mein Wunschberuf war immer Ärztin und ist heute immer noch meine Berufung. Dazu musste ich, im Osten aufgewachsen, in einer Nervenklinik das sogenannte nullte Studienjahr als pflegerische Hilfskraft durchstehen. Das stärkte den Berufswunsch, aber auf keinen Fall in Richtung Psychiatrie.

15 Jahre später fand ich mich dort an gleicher Stelle wieder, um meinen zwangseingewiesenen Sohn zu besuchen. Ich dachte, ich hätte ihn inzwischen längst an seine verrückte Welt verloren. Ich war zwar Ärztin und war doch genauso hilflos wie früher dort. Ich hatte immer noch das Gefühl, dass dort Krankheit behandelt würde und nicht der Mensch.

Ich lernte erst durch reden mit meinem Sohn und auch mit anderen Erfahrenen und viel Geduld, besser zu verstehen. Ich bin durch meine Kinder ein anderer, vielleicht besserer Mensch geworden, durch die besonderen Erfahrungen mit meinem psychoseerfahrenen Sohn eine bessere Ärztin. Zumindest glaube ich, wäre ich das geworden und hätte mehr helfen können, wenn ich nicht aus familiären Gründen beamtete Ärztin im öffentlichen Dienst geworden wäre.

Heute sind 3 Kinder schon groß und aus dem Haus und alle selbstständig, egal wie sie ihr Leben meistern, sie tun es, wie sie es wollen und können und ich bin stolz drauf und lasse sie.“

 

Constanze-Rocksch

„Das Thema Psychose ist mir gerade sehr fern.

Ich wusste immer, ich möchte mein Abitur abschließen und danach eine Ausbildung beginnen. Klar, ich wollte auch eine eigene Familie gründen – und nun steh ich im Leben und trage ziemlich viel Verantwortung, die mir vorher gar nicht bewusst war.

Ich habe meinen Lebenspartner in der Psychiatrie kennengelernt. Unser Sohn ist mittlerweile über ein Jahr alt und braucht sehr viel Zeit und Zuneigung. Und wie sicher andere Mütter auch, habe ich den Eindruck, dass ich ihm vieles nicht geben kann.

Ich habe sehr viele Therapeuten, Psychiater und Ärzte erlebt. Jeder hatte einen anderen Umgang mit Medikamenten. Von manchen wollte ich einfach nichts annehmen, weil ich den Eindruck hatte, da steckt einfach eine falsche Energie hinter, die tut mir nicht gut. Es gab einen relativ jungen Psychiater – sehr offen und noch nicht so voreingenommen – der glaubt nicht, dass ich das Medikament ein Leben lang nehmen muss. Ein total zuversichtlicher Mensch.

Momentan fühle ich mich suchend im Leben. Ich nehme keine Medikamente und versuche meinen biochemischen Haushalt im Gehirn aus eigener Kraft ins Gleichgewicht zu bringen und mich in Selbstachtung zu üben.

Außerdem werden David und ich schon im Juli wohl ein zweites Mal Eltern. Viele Gedanken und Entscheidungen schwirren herum, langsam und stetig wächst eine Struktur im Familienalltag und wir machen unsere Erfahrungen.“

 

Daniel-Dolacinski

„Ich bin jetzt 36 Jahre.

Krisen kenne ich in meinem Leben schon als Kind. Da ist einiges stecken geblieben. Ich nenne mich selber die unaushaltbare Mischung meiner Eltern. Mein Vater ist so ein Heimatvertriebener. Er sagt immer, der Melancholiker ist an mir verlorengegangen. Meine Mutter ist das Prinzip Ordnung.

Eine Ausbildung zum Industriekaufmann habe ich wegen eines langen Klinikaufenthalts abbrechen müssen. Erst durch eine Rehabilitationsausbildung, die ich in Berlin angefangen habe, konnte ich mich überhaupt öffnen und richtig sprechen.

Krank sein der Seele, das schafft so eine unüberwindliche Distanz zu den Menschen, die ich kenne. Der Medikament-Cocktail, den ich nehme, ist heftig.

Seit 2001 arbeite ich in einer Werkstatt bei der Lebenshilfe in meiner Region. Das macht mich nicht besonders froh. Mein zu starkes Innenleben ist eigentlich alles, was ich habe.“

 

ElisabethRichter

„Mit 19 Jahren ist mein ältester Sohn an Schizophrenie erkrankt, das ist jetzt sieben Jahre her. Er hat immer wieder bei mir gewohnt, unterbrochen von Klinikaufenthalten und einem Wohnen in einer Einrichtung, in der er sich nicht wohlgefühlt hat.

Ich finde es schwierig „mit der Psychiatrie”, weil sich Ärzte, Pfleger und Sozialarbeiter in meinen Augen ziemlich aufgeblasen verhalten und Angehörigen (nicht nur mir!) mit Arroganz und Ignoranz begegnen. Nie wieder will ich den Satz hören: “Ich darf Ihnen leider keine Auskunft geben.”
Aber ich höre ihn immer wieder. Diese Botschaft wäre erträglich, wenn sie ohne den gewissen triumphierenden Unterton gesprochen würde. Aber so wie es ist, neige ich zu der Behauptung: Klinik und Angehörige sind natürliche Feinde.

Umso aufbauender waren die Gesprächsrunden, in denen dieser Film entstanden ist: Der Umgang miteinander, das Interesse füreinander, das gegenseitige Zuhören und Verstehen jenseits der eigenen Erfahrung – als Patient, Angehöriger oder Klinikmitarbeiter – geben mir Hoffnung, dass sich etwas ändern kann.“

 

Gwen-Schulz

„Ich habe Psychopharmaka nie freiwillig genommen. Ich fühlte mich unter den Medikamenten den Symptomen noch mehr ausgeliefert, weil mir meine Fähigkeiten den Verrücktheiten etwas entgegenzusetzen, dadurch genommen wurden. Kein blühender Baum, kein Mensch, kein Vogel, der den Tag begrüßt, konnte mein Herz erreichen. Ich fühlte mich wie in Stein gegossen.

Ich lebe seit über 20 Jahren ohne Tabletten und arbeite als Genesungsbegleiterin in einer sozialpsychiatrischen Ambulanz. Tabletten können Angst und Verwirrung erleichtern. Sie ersetzen aber nie das Mitmenschsein, die Resonanz, das Interesse am Anderen in einer psychotischen Krise.“

 

Ilona-Hansen

„In meiner Kindheit fühlte ich mich manchmal sehr unsicher und zurückgesetzt. Als Juristin war ich häufig sehr engagiert und kämpferisch.

2005 litt ich sehr unter Spannungen innerhalb meiner Familie und meine große psychische Krise begann. Mehrfach war ich in der Psychiatrie, zuletzt 2010. Ich musste Medikamente nehmen, die vielfach unerwünschte Wirkungen hatten, So nahm ich als sehr schlanke Kampfkunstsportlerin 30 Kilo zu.

Meine mich behandelnden Ärzte meinten zu mir, meine Erkrankung sei chronisch und daher müsste ich mein Leben lang Medikamente nehmen. Heute, 2015, geht es mir gut, dank der großartigen Unterstützung durch meinen Ehemann, meiner Tochter und insbesondere meiner Tanztherapeutin.

Bei ihr fühlte ich mich richtig angenommen, mein Körpergefühl und mein Selbstwertgefühl verbesserten sich. 2014 habe ich gegen den Willen meiner Psychiater ein Medikament etwas reduziert. Ich bin viel lebendiger geworden.“

 

Ilona-Helbing

„Der schwierige Teil meiner Kindheit ist nur schwer in Worte zu fassen. Ich wurde als Kind weggegeben, adoptiert und missbraucht. Das Schlimme ist, dass ich nie darüber reden konnte. Ich habe später eine Lehre als Stickerin für Plauener Spitzen angefangen und als bester Lehrling abgeschlossen. Ich hatte zum Glück eine gute Lehrausbildnerin. Später im Beruf habe ich recht gute Erfahrungen gemacht und konnte ein Studium am Lehrmeisterinstitut fortführen. Der Beruf hat mir ganz viel Spaß gemacht

Ich habe mir Kinder gewünscht, weil ich an meinen Kindern wieder gutmachen wollte, was ich nicht hatte. Ich habe drei Kinder bekommen, aber die Ehe ging kaputt. Heute sage ich, na ja, durch die schlimmen Erfahrungen. Ich wollte mir nie eingestehen, dass ich seelisch krank bin. Sehr viel später nach vielen psychiatrischen Klinikaufenthalten und Mengen von Psychopharmaka habe ich einen Arzt gefunden, dem ich mich ganz anvertrauen konnte. Da ging es wirklich ans Eingemachte. Ich brauche jetzt fast keine Medikamente mehr.

Heute arbeite bin ich ehrenamtlich bei uns in der „Tafel“ in Falkensee. Das bringt mir sehr viel Freunde, weil ich Menschen begegne, denen es nicht so gut geht.“

 

Jan-Tattermusch

„Als Sozialarbeiter arbeite ich seit 2008 in der Begleitung und ambulanten Versorgung von Menschen mit – teils langjährigen – schweren seelischen Krisenerfahrungen. Ich bin zugleich naher Angehöriger eines psychoseerfahrenen Menschen und habe große Hilf- und Sprachlosigkeit innerhalb meiner Familie erfahren.

Familien und Angehörige sind manchmal Teil des Problems. Sie wollen und könnten jedoch viel öfter Beteiligte an Lösungswegen sein. Beidem werden wir in der Psychiatrie Arbeitenden bei weitem nicht gerecht.

Wir begnügen uns viel zu oft mit der rasch sichtbaren und „wiederherstellenden“ Wirkung der Psychopharmaka. Sie stellen in den seltensten Fällen eine wirkliche Lösung von seelischen und sozialen Problemen dar. Und so werden wir Professionellen selbst Teil des Problems. Die Folgen sind teilweise erschreckend und fatal.“

 

Kai

Kai-Dargel

„Meine Geschichte mit Psychosen begann als ich 16 Jahre alt war. Ich habe verschiedenste Psychopharmaka – auch unter Zwang – bekommen. Aufgrund der sozialen Folgen einer Psychose bin ich schließlich für zwei Jahre in einer Behindertenwerkstatt gewesen.

Nach einem Berufsgrundbildungsjahr habe ich eine Lehre als Tischler gemacht. Mit Gesellenbrief und Fachhochschulreife konnte ich mich dem Holztechnik-Studium widmen, alles im gedrosselten Modus.

Nach Absetzen der Medikamente habe ich wieder alle existentiellen Dinge liegen lassen und mich in meine persönliche Wissenschaft begeben. Mein Leben bisher hatte nicht viel mit territorialen Reisen zu tun, aber mit inneren Fantasiereisen. Bei jeder neuen Psychose ist auf der zwischenmenschlichen Ebene Porzellan zu Bruch gegangen. Die Medikamente waren kein Allheilmittel, aber für mich das kleinere Übel. Ich bin aufgegangen wie ein Hefekloß, konnte mich aber wieder zurück sozialisieren.

2012 habe ich eine Ausbildung zum Genesungsbegleiter gemacht. Ich arbeite heute beruflich im Aufbau eines landwirtschaftlichen Projekts und begleite Menschen mit ähnlichen Erfahrungen wie meine.“

 

Margret-Osterfeld

„Als Psychiatriepatientin habe ich erfahren müssen, dass Ärzte in Kliniken viel zu rasch auf Druck, Zwang und Zwangsgesetze zurückgreifen. Ich habe erlebt wie Kollegen meinen Willen zu brechen versucht haben. Mir ist immer klarer geworden, dass eine dauerhafte Einnahmeverpflichtung kein Erfolg versprechender Weg zur Genesung ist. Zwang und Nötigung schaden mehr als sie nützen. Sie erzeugen im Patienten meist Ablehnung und Widerstand.

Als Psychiaterin weiß ich, Neuroleptika sind keine Heilmittel. Sie können lediglich Symptome unterdrücken. Trotzdem gehören sie zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Ärzte in der Psychiatrie tun sich oft schwer, die Selbstbestimmung der Patienten zu respektieren. Sinnvollen Reduktionswünschen von Patienten wird häufig kein Gehör geschenkt. Auch fehlt es an fachlicher Begleitung von Absetzversuchen.

Heute im Ruhestand setze ich meine Kraft ein, um den Menschenrechten auf geschlossenen Stationen und in Heimen mehr Geltung zu verschaffen. Dazu gehört auch das Recht, Medikamente abzulehnen. Viele Patienten und Angehörige erfahren zu wenig über deren unerwünschte Wirkungen, nicht selten nehmen Psychiater ihre Pflicht zur Aufklärung nicht wirklich ernst.“

 

Marianne-Schumacher

„Als Mutter eines vor 16 Jahren an Psychosen erkrankten Sohnes musste ich mühsam lernen ihm die Verantwortung für sein Leben zu überlassen. Es fällt mir nicht leicht, das zu akzeptieren, aber Alles was ich inzwischen über Behandlung und Medikamente erfahren habe, hat mich nicht überzeugen können, ihn mit Macht zur Annahme einer medikamentösen Behandlung überreden zu wollen.

Mein Leben war immer von einschneidenden Veränderungen bestimmt, auf die ich mich einstellen musste: Krankenpflege der Eltern, Berufstätigkeit als Bauleiterin, Hausfrau und Mutter, Trennung nach zwanzig Jahren Ehe, Schaffung einer neuen beruflichen Existenz als Galeristin, Bewältigung einer eigenen, langjährig chronischen Erkrankung.

Durch mein ehrenamtliches Engagement im ApK-LV Berlin e.V. (Angehörige psychisch Kranker) seit 12 Jahren, gelingt es mir mich zu stabilisieren und meine Erfahrung und mein Wissen anderen Menschen zur Verfügung zu stellen.

Durch diese intensive Beschäftigung mit Psychiatrie bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass mein Sohn mit seinem Leben wohl den für ihn einzig gangbaren Weg geht. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen gebe ich nicht auf.“

 

Martin-Kolbe

„Meine Erkrankung begann mit 22. Zuerst nannte man das Adoleszenzkrise. Ich wurde später depressiv und konnte meine Karriere als erfolgreicher Gitarrist mit über 1.000 Konzerten in 40 Ländern nicht fortsetzen. Es lag wie ein Schatten auf meinem Leben. Heute sagt man bipolare Störung dazu. Vor jetzt 26 Jahren habe ich die Bühne verlassen: ich musste zuerst mal mein Leben auf die Reihe kriegen.

Mit meinen Psychiatrie-, Krisen- und Medikamenten-Erfahrungen habe ich den Weg in den beeindruckenden und wichtigen Film „Nicht alles schlucken“ gefunden.

Seit Jahren arbeite ich ehrenamtlich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS). Bei der Jahrestagung 2012 bin ich erstmals wieder aufgetreten; ich habe Songs präsentiert, die sich mit seelischen Krisen und meinen Psychiatrie-Erfahrungen befassen. Daraus konnte sich dann – von vielen Seiten unterstützt – eine wunderbar erfolgreiche „Bipolar Roadshow” mit einem neuen Album entwickeln.“

 

Michael-Michael Höfer

„57 Lebensjahre sind mir “Eingeschriebenes”.

Der älteste meiner drei Söhne, jetzt 33 Jahre alt, lebte und lebt ein wechsel-, leid-, bedeutungs- und freudvolles (schulmedizinisch “schizophrenes”) Leben. Nur im Rahmen von drei Zwangsbehandlungen im Krankenhaus schluckte er Neuroleptika. Heute ist er – bei allen Schwierigkeiten – aktiv und lebendig und kann sein Leben verantwortlich gestalten.

Mein Tagewerk ist die Begleitung von Menschen in seelisch schweren Lebenssituationen – seit nun fast 20 Jahren als psychiatrischer Krankenpfleger und seit einem Jahr auch als systemischer Therapeut.

Seit einem Semester zeige ich mich verantwortlich für das trialogische Psychoseseminar an der Fachhochschule Potsdam.
Auf den Film habe ich seit langem gewartet und begrüße ihn mit vielen meiner Gedanken und Gefühle!“

 

Rainer-Rainer Stötter

„Ich habe als Consultant in einem großen amerikanischen Unternehmen gearbeitet, in der Programmiersparte, und in der ich eigentlich 7 Tage die Woche einsatzfähig sein musste, und hab dann immer los gepowert, wenn es mir gut ging und wurde dann letzten Endes durch eine riesige schallende Ohrfeige des Lebens zurückgeworfen.

Dieses Haus, dieses Übergangswohnheim in dem ich dann war, ist eigentlich ein Haus des Schlafes, d.h. die meisten Menschen werden vollgepumpt mit Psychopharmaka, sie schlafen, und auch ich schlief die meiste Zeit. Das war ein demütigendes, fruchtloses Leben, also eigentlich ein Scheinzustand, in dem ich fast drei Jahre lebte.

Mein Ziel war dann das Wohnheim doch wieder zu verlassen und nicht im Dauerwohnheim zu landen. Das war ein langer Prozess mit vielen Selbstzweifeln. Heute habe ich die Freiheit, mich in Krisensituationen höher zu dosieren und ansonsten wieder runter zu dosieren.

Nach vielen Lebensstationen absolviere ich in Erfuhrt einen Kurs zum Genesungsbegleiter, als Betroffener mitzuwirken und zu helfen, dass Patienten aus ihren Erfahrungen lernen. In der Hauptsache werde ich als Dolmetscher arbeiten zwischen den beiden Gruppen, den Profis und den Psychiatrieerfahrenen.

Es ist inzwischen wieder ein sinnerfülltes Leben geworden, das mir die Möglichkeit gibt, mich einzubringen für andere, für mich natürlich auch.“

 

Ralf-Esau

„Ich bin Krankenpfleger und arbeite seit mehr als 13 Jahren – zuletzt als Pflegeleiter – auf einer allgemein psychiatrischen Station.

Ich betreue tagtäglich Menschen mit unterschiedlichen psychiatrischen Krisen und Erkrankungen. Ich war in der Film-Gesprächsrunde erstaunt und überrascht von den Sichtweisen der Patienten. Ich bekomme ihre wirkliche Perspektive in der täglichen Arbeit nicht mit. Patienten erleben mich offenbar als Fremden. Wenige können sich mir in größerem Umfang anvertrauen.

Dies spiegelt sich auch im Kontakt bei der Tabletteneinnahme wieder. Viele Patienten sind verunsichert, ablehnend, sogar feindlich, was die Einnahme von Psychopharmaka betrifft. Andererseits finde ich das nicht verwunderlich angesichts der vielen Nebenwirkungen.

Ich fand es in dieser Runde sehr spannend und auch beeindruckend, wie Patienten uns als Pflegepersonal wahrnehmen und was sie sich eigentlich von uns wünschen. Auch wie sie nach dem stationären Aufenthalt mit Psychopharmaka leben, das kriegen wir gar nicht mit.

Ich bin heute froh, dass ich Teil dieser Gruppe sein dürfte.“

 

Sandeep-rout

„Ich arbeite seit 2010 in der Facharztausbildung als Stationsarzt am Klinikum Neukölln in einer großen psychiatrischen Abteilung.

In der Psychiatrie sind Konflikte und Konfliktlösung fester Bestandteil der Arbeit. Das ist unglaublich kräftezehrend. Ich habe mir das vorher nicht vorgestellt, wie viel Angst und Uneinigkeit es in der Arbeit unter allen Beteiligten gibt.

Obwohl ich meinen Patienten helfen möchte, tue ich oft etwas, das ihnen missfällt. Aus der Sicht der Patienten ist das jedenfalls so. Damit musste ich erstmal lange lernen umzugehen.“

 

Sanja-Liebermann

„Als meine Mutter mit über 40 plötzlich eine Psychose erlitt, war das wie ein Gewitter in meinem Leben. An dem Tag reagierte meine Mutter kaum auf mich und schien ganz in einer anderen Welt zu sein.

Nach ihrer Einweisung in die Klinik war für mich das Schlimmste, dass sie wochenlang blaue Arme hatte, weil sie festgeschnallt worden war und sich dagegen gewehrt hatte.

Auch hat es mich enorm schockiert einen Menschen zu sehen, der durch Medikamente völlig neben sich ist oder gar nicht mehr seelisch erreichbar zu sein scheint. Also dieses Mittel hatte es quasi geschafft, meine Mutter k.o. zu schlagen. Bestimmt ist es gerechtfertigt, dass solche Medikamente zwischenzeitlich gegeben werden.

Ich würde mich heute aber freuen, wenn meine Mutter auch bei ihrem Wunsch die Medikamente zu reduzieren und ohne sie zu leben, professionelle Hilfe bekommen könnte.“

 

Rene-Jurke

„Ich habe Pädagogik studiert. Ich wollte einmal Lehrer werden. Mein Leben wurde jedoch eine Berg- und Talfahrt. Ein Versuch, auszusteigen, ist glücklicherweise gescheitert. Ich habe gewagt, aus dem tiefsten Loch wieder aufzustehen. Es war die größte Herausforderung in meinem bisherigen Leben, die mich gestärkt hat. Menschen um mich herum haben das für unmöglich gehalten.

Nach Wochen des Haderns habe ich erkannt, dass ich trotz aller Qualen eine einzigartige Chance habe: Ich kann etwas über die Störung herausfinden, das anderen Betroffenen letztendlich helfen kann. Ich kann meine Situation als ‘Forschungsauftrag’ begreifen und damit einer quälend sinnlosen Frage entkommen: ‘Warum Ich?’

Psychosen sind ‘entwurzelnde Lebensentwicklungen’. Eine gesunde Seele verfügt über ein ganzes System an Wurzeln. Medikamente haben mir dabei geholfen, wieder zu wurzeln. Halt fand ich jedoch erst, als ich lernte, nach unten zu wachsen, in einer Welt, die mir immer beigebracht hat, nach oben zu streben und alles Gute oben zu suchen.“

 

Sonja-Bülau

„Nach einigen Arbeitsjahren in der Neurologie und Inneren Medizin habe ich überraschend und eher zufällig in einer großen psychiatrischen Klinik eine Assistentenstelle angenommen. Ein für mich faszinierendes, neues medizinisches Gebiet.

Der Umgang in der Psychiatrie mit unfreiwilliger Behandlung, das Erleben der Anwendung von Gewalt sowohl von Seiten der Patienten als auch von Seiten der Ärzte und Pfleger war bewegend, belastend und beunruhigend.

Nach 2 Jahren hatte ich die Möglichkeit, in einem sozialpsychiatrischen Projekt eine andere Art der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung kennenzulernen. Hier entschied ich mich, den Facharzt für Psychiatrie zu machen.

Nach mehreren Jahren Arbeit in stationär psychiatrischen Einrichtungen, ambulanten Kriseneinrichtungen, Arbeiten als Gutachterin, bin ich seit 3 Jahren als Psychiaterin und Psychotherapeutin niedergelassen. Ich versuche in meiner Begleitungen den Patienten gerecht zu werden und sie dabei zu unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können. “

 

Thomas-Bock

„Ich bin Hochschullehrer für Klinische Psychologie und Sozialpsychiatrie. Ich leite eine große Ambulanz und eine kleine Krisentagesklinik an der Uniklinik Hamburg – mit vielen eigensinnigen Patienten.

Ich bin Mitbegründer des Psychoseseminars zusammen mit Dorothea Buck und Initiator vieler trialogischer Projekte, z. B. Irre menschlich Hamburg. Viele meiner Erfahrungen finden sich in Fach- und Kinderbüchern. Mich interessiert nicht nur die psychopathologische Besonderheit von Menschen mit Psychosen, sondern das, was Psychosen zutiefst menschlich, stark berührend und existentiell bedeutsam macht.

Medikamente sind für mich ein Hilfsmittel, dessen Wert abhängig ist von der Kultur der Beziehung und der subjektiven Bedeutung der psychotischen Erfahrung. Und manchmal bin ich froh, dass ich mich (aufgrund meiner Berufsrolle) nicht sofort und in erster Linie um die medizinische/ medikamentöse Seite kümmern muss.

Der Trialog, die gleichberechtigte Begegnung, ist für mich ein Schatz: eine Erfahrung, die mich bereichert und erdet. Wenn auch die Forschung in der Psychiatrie trialogisch und partizipativ wird, kann das unser Verständnis von Psychosen erweitern und den Stellenwert von Medikation relativieren.“

 

Werner-Schütze

„Ich habe Zeit meines Lebens gerne als Psychiater in den verschiedensten Bereichen und Funktionen gearbeitet. Anfangs mit den Träumen über eine andere Welt, dann schwankend zwischen Begeisterung und zunehmender Ernüchterung und schließlich mit immer größer werdender Skepsis, ob „wir“ in der Psychiatrie noch auf dem richtigen Weg sind.

Die naive Anwendung der selbstverständlichen Medikation ist mehr und mehr dem Zweifel gewichen, ob so nicht mehr Nach- als Vorteile geschaffen werden. Schließlich, allerdings nach vielen Jahren des Umgangs und zunehmender Bereitschaft als Kliniker, auch über diesen Tellerrand hinauszublicken, wurde mir klar, dass es im Wesentlichen die Beziehung zum Anderen ist, die heilt.

Diese Überzeugung ließ sich im Aufbau einer Behandlung nach dem Modell des Offenen Dialoges (Open Dialogue) am ehesten umsetzen und bestätigte mich darin, diese Botschaft nach meiner Berentung in Workshops und Trainingskursen weiter zu geben.“

 

Viola-und-Wolfgang-Bölter

„Ich bin im Grundberuf Elektriker und habe später Nachrichtentechnik studiert. Bei meiner ersten Erkrankung war ich 10 Monaten in einem psychiatrischen Krankenhaus. Ich war nicht so richtig geheilt, konnte aber als Elektriker weiter arbeiten. Jetzt nennt man das bipolare Störung. 1987 wurde ich berentet, arbeite aber bis heute.

Ich resigniere fast nie, aber wenn man mich fragt: Zufrieden bin ich bestimmt nicht, weil man immer wieder rein muss, weil die Tabletten nicht mehr wirken. Ich bin von Natur aus ein Typ, der immer versucht eine Lösung zu finden

Das Allerwichtigste für mich ist natürlich, und das hat nicht jeder, dass ich eine Partnerin habe und eine Familie, die mir immer zur Seite gestanden ist. Wir sind schon 33 Jahre zusammen. Da gibt es schon Reibungspunkte, das sehe ich normal.“

 

Viola-und-Wolfgang-Bölter

„Ich habe Betriebswirtschaft studiert, speziell Energiewirtschaft. Wir haben zwei Kinder.

Als Familie leben wir seit 32 Jahre mit der Erkrankung, also die größte Zeit unserer Ehe. Die Erkrankung hat mich – so schwierige Momente es auch gab – zu einem bewussteren Leben angeregt. Ich habe mich seit langem in der Angehörigenbewegung engagiert.

Dass es mal Meinungsverschiedenheiten gibt, ist ganz normal. Ich denke immer, wir sind dankbar, dass wir uns gegenseitig haben. Im Inneren habe ich immer gedacht, mein Mann würde das Gleiche für mich tun. Der festen Überzeugung war ich immer, bin ich auch heute noch. Natürlich gibt es Veränderungen. Bei Nähe war er eigentlich immer der Initiator, von dem Umarmung ausging, so eine Zärtlichkeit. Das ist heute anders, das sind wohl Effekte von den Medikamenten.“

 

BUCH & REGIE

Dipl. Politologin, freie Fernsehautorin, Regisseurin von „Raum 4070“, „Tabu-Psychisch krank im Job“, „Alltag in einer Demenz-WG“, „Bergauf nach der Krise“, „Ein irrer Schuppen“ u.a. für ZDF/arte, ARD, RBB. Angehörige eines Psychiatrieerfahrenen, seit 2001 Teilnehmerin + Moderatorin des Potsdamer Psychoseseminars.

Hochschullehrer für Soziale Medizin, Psychosoziogenese von Krankheiten und Gesundheitsförderung bis 2008, 1996 Gründung des bürgeroffenen Psychoseseminars an der FH-Potsdam, 2005 „Psychosen verstehen“ Lehrfilm aus dem Psychoseseminar Potsdam, Nervenarzt, Psychoanalyse/ Psychosenpsychotherapie in eigner Praxis, Leiter von Forschungsprojekten und Mitglied des Instituts für Fortbildung, Forschung und Entwicklung (IFFE e.V.) an der Fachhochschule Potsdam.

REGIE

Autor, Regisseur, Kameramann und Editor. Sein Studium an der HFF Konrad Wolf schloss er mit dem Dokumentarfilm “7 Brüder” ab. Sebastian Winkels wurde u.a. mit dem Deutschen Filmpreis, dem Robert Geisendörfer Preis, dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis, dem Nachwuchsförderpreis der DEFA-Stiftung und dem Baden-Württembergischen Dokumentarfilmförderpreis ausgezeichnet. Neben dem Filmemachen entwirft er und leitet er Ausbildungsprogramme und Seminare für kreativen Dokumentarfilm an Goethe-Instituten weltweit.

KAMERA

Sebastian Winkels
Harald Mellwig

TON

Martin Hertel
Marcus Jäger

MONTAGE

Sebastian Winkels
Frederik Bösing

REGIEASSISTENZ

Sarah Maret

SZENOGRAFIE

Elena Gosch
Jule Bünsche

BELEUCHTUNG

Patrick Rosta

MASKE

Kathleen Asmuss-Pückler

AUFNAHMELEITUNG

Konstantin Hansen

PRODUKTIONSASSISTENZ

Liza Cramer
Nicole Schink
Laurence Wegener

FILMGESCHÄFTSFÜHRUNG

Monika Haffert

PRODUKTIONSBERATUNG IFFE e.V.

Björn Jensen

GRAFIK

Paul Snowden

LICHTBESTIMMUNG & DCP

Christoph Sturm

TONBEARBEITUNG & MISCHUNG

Christian Riegel

CO-PRODUZENT

Piet Stolz

PRODUZENTEN

2001 wurde die Berliner Filmproduktionsfirma credo:film GmbH von Susann Schimk und Jörg Trentmann gegründet. Sie produzieren individuelle, attraktive und emotionale Spiel- und Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen.

Die Filme laufen regelmäßig auf den wichtigsten Dokumentar- und Spielfilm-festivals im In- und Ausland und haben vielfach renommierte Auszeichnungen erhalten, wie den Deutschen Filmpreis für “Frei nach Plan” und “Was am Ende zählt”; den Max Ophüls Preis für “Torpedo” und “Wir”; den Robert Geisendörfer Preis für “7 Brüder” und mehrere Grimme-Preis und Prix Europa Nominier-ungen u.a. für “Unter Kontrolle”, “Nach dem Brand” und “Die Boxerin”.

Die beiden Geschäftsführer sind Mitglied in der European Film Academy und der Deutschen Filmakademie.

credo:filme werden für die Ewigkeit gemacht.

http://www.credofilm.de

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